Für Reformen! Aber nicht zu Lasten chronisch Kranker!

Landesverband Thüringen

Für Reformen!
Aber nicht zu Lasten chronisch Kranker!

Erfurt, 29.03.2026 - „Reformen dürfen nicht zu Lasten von chronisch Kranken gehen! Denn Rheumakranke sind auf eine ausreichend gute medizinische Versorgung angewiesen.“ Mit ihren Worten appelliert Kerstin Keding, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Landesverband Thüringen, an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, welche morgen erste Ergebnisse der einberufenen Expertenkommission zur Krankenkassenreform vorstellen wird. Diese sollen Maßnahmen für eine Stabilisierung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung erarbeiten, können aber erhebliche Auswirkungen zu Lasten von Menschen mit chronischen Erkrankungen nach sich ziehen.


„Als Bundesland mit den niedrigsten Renten appelliere ich an die Bundesregierung bei ihren Reformvorhaben zu beachten, dass hinter jeder Reform und hinter jeder beabsichtigen Einsparung Einzelschicksale stehen. Bei den im Gesundheitswesen auf der Agenda stehenden Maßnahmen gilt es, insbesondere das Solidarsystem nicht aus den Augen zu verlieren, welches den Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken, Jungen und Alten sowie Gut- und Geringverdienern umfasst.“ 


Seit Jahren wird Rheumapatienten immer mehr in die Tasche gegriffen. 


Steigende Krankenversichertenbeiträge, höhere Zuzahlungen bei medizinischen Leistungen und steigende Lebenshaltungskosten treffen chronisch kranke Menschen mit geringem Einkommen besonders hart. 


Sofortige Maßnahmen für eine dauerhafte Stabilisierung zu schaffen, dürften laut Keding zu einer der großen Herausforderungen werden. Denn es gilt, nicht nur die Versorgung besser zu steuern, sondern ebenso Doppelstrukturen abzubauen, Digitalisierung gut einzusetzen und eine durchgängige medizinische Versorgung zwischen den einzelnen Sektoren zu schaffen. 


Laut statistischem Bundesamt hat Deutschland im EU-Vergleich zwar die höchsten Gesundheitsausgaben, liegt aber bei der Lebenserwartung mit einer immer älter werdenden Bevölkerung nur im Mittelfeld.